
Die gute Übersetzung enthält nur wenige Fehler: So sprach Lemaître nicht 1957 mit Einstein, sondern berichtete damals von Gesprächen aus den 1930er-Jahren (Seite 100); die Antimaterie-Materie-Vernichtung nach dem Urknall erzeugte nicht energiereiche Protonen, sondern Photonen (204); und die Winkelsumme von Dreiecken beträgt mehr als 180 Grad im de-Sitter-, nicht im Anti-de-Sitter-Raum (309). (Im englischen Original ist alles korrekt.)
Hawkings „finale Theorie“ ist nicht konkurrenzlos, aber radikal. Sie begreift Raum, Zeit sowie die Naturgesetze nicht als grundlegend. Es sieht so aus, „als bestimmten heutige Beobachtungen rückwirkend das Ergebnis des Urknalls“. Hertog erklärt diesen „top-down“-Ansatz aus erster Hand und interpretiert ihn als „darwinistische Revolution in der Kosmologie“. Hinzu kommen viele Anekdoten – ein großer Lesegenuss! Rüdiger Vaas
Thomas Hertog
DER URSPRUNG DER ZEIT
S. Fischer, 424 S., € 26,–
ISBN 978-3-10-390016-3




