In der Öffentlichkeit herzhaft niesen – das sollte man lieber sein lassen. Denn eine amerikanische Untersuchung besagt, dass ein kräftiges „Hatschi” bei den Umstehenden unbewusste Ängste auslöst.
Psychologen um Norbert Schwarz von der University of Michigan in Ann Arbor hatten zwei Studien durchgeführt: Zunächst postierten sie auf dem Campus der Universität eine heftig niesende Person. Studierende, die an ihr vorbei gelaufen waren, wurden gefragt: Wie hoch ist das Risiko eines durchschnittlichen Amerikaners, sich mit einer schweren Krankheit anzustecken, vor dem 50. Geburtstag einen Herzinfarkt zu bekommen oder durch einen Unfall oder ein Verbrechen zu sterben? Die Teilnehmer äußerten sich deutlich pessimistischer als eine Kontrollgruppe, die keinem Niesenden begegnet war.
In der zweiten Studie wurden Besucher eines Einkaufszentrums gebeten, an einer Umfrage teilzunehmen: Sollten öffentliche Gelder zur Schaffung umweltfreundlicher Arbeitsplätze oder für Grippeimpfungen verwendet werden? Den Probanden wurde ein Fragebogen überreicht. Die Hälfte, die ihn von einem hustenden und niesenden Mann erhielt, votierte eindeutig für die Impfungen – im Gegensatz zu denjenigen, die nicht auf einen anscheinend kränkelnden Studienleiter getroffen waren.





