Neurowissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover haben den Cannabis-Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) erfolgreich gegen das Tourette- Syndrom getestet. Hauptmerkmale der Erkrankung sind unwillkürliche Zuckungen und unkontrollierte Geräusche oder Wörter. In Deutschland sind davon etwa 50000 Menschen betroffen. Die Ursache scheint eine gestörte Signalübertragung im Gehirn zu sein. Bisher deuteten einige Einzelfälle an, dass Patienten, die einen Joint geraucht hatten, anschließend ihre Tics wesentlich besser beherrschen konnten. In einer Pilotstudie haben die Hannoveraner Ärzte nun THC-Präparate an zwölf Tourette-Patienten getestet. Jeder erhielt an zwei Tagen entweder eine THC-Kapsel oder eine wirkstofffreie Placebo-Kapsel. Die Reihenfolge war ihnen jedoch nicht bekannt. Zehn Testpersonen gaben an, dass sich unter THC ihr Zustand für mehrere Stunden verbessert habe. Dagegen berichteten nur zwei von einer Besserung nach der Einnahme des Placebos. In einer Folge-Studie erproben die Forscher jetzt eine THC-Therapie an einer größeren Patientenzahl. Erste Ergebnisse scheinen den positiven Trend zu bestätigen.




