Die Zahl der tödlichen Tuberkulose-Erkrankungen hat einen historischen Höchststand von rund drei Millionen pro Jahr weltweit erreicht. Was den Kampf gegen die Tuberkulose erschwert, ist, daß viele Tbc-Erreger mittlerweile gegen die herkömmlichen Antibiotika gewappnet sind.
Große Hoffnungen werden in einen neuen Impfstoff-Kandidaten gesetzt, den Stefan Kaufmann und Jürgen Hess vom Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin entwikkelt haben. Er wird derzeit in Tierversuchen getestet. In Zukunft könnte er den herkömmlichen Impfstoff gegen die Schwindsucht ersetzen, der Erwachsene nicht zu schützen vermag. Die Wissenschaftler haben diesen Impfstoff gentechnisch mit einem zusätzlichen Eiweißmolekül namens Listeriolysin ausgestattet. Es alarmiert körpereigene Killerzellen, die sonst nur gegen Viren aktiv werden.
Bei einer Tuberkulose-Infektion nisten sich die Tbc-Bakterien in Makrophagen ein – Freßzellen, die sich jeden Eindringling einverleiben. Die Forscher hoffen, daß durch Listeriolysin die Killerzellen des Immunsystems die Makrophagen mitsamt den darin versteckten Tuberkeln vernichten.
Bodo Dorra




