Die Sanddünen auf dem Roten Planeten, die lange als weitgehend unveränderlich galten, sind erstaunlich dynamisch. Das ergaben Auswertungen von Fotos des Mars Reconnaissance Orbiter. Die NASA-Sonde, die unseren Nachbarplaneten seit nunmehr fünf Jahren umkreist, hat eine Fülle von Messungen und Fotos zur Erde gefunkt. Candice Hansen vom Planetary Science Institute in Tucson, Arizona, hat zahlreiche Aufnahmen von den Dünenfeldern analysiert, die sich wie ein Band um die nördliche Polkappe winden und zusammen so groß sind wie Texas. Dabei zeigte sich, dass sich viele Dünen über einen Zeitraum von nur zwei Mars-Jahren (vier irdischen Jahren) stark verändert haben.
Laut den Planetenforschern um Hansen sind dafür Eis und Wind verantwortlich. Im Winter schlägt sich Trockeneis aus Kohlendioxid auf den Dünen nieder und verdampft im Frühjahr wieder. „Das destabilisiert den Sand und erzeugt Lawinen, Höhlen und Rinnen”, erklärt Hansen. An manchen Stellen sind Hunderte Kubikmeter Sand die Dünenhänge hinabgerutscht. Diese Spuren hat der Wind, der offenbar heftiger weht als erwartet, geglättet.




