Nachrichten, Spiele, Anrufe und Apps für alles Mögliche – das Multitalent Smartphone hat in den letzten Jahren die Welt erobert und seine Karriere scheint keine Grenzen zu kennen. Ähnliches gilt für andere mobile Mediengeräte und auch für die generelle Bedeutung der Nutzung des Internets. Wie so oft bei Innovationen, kommen auch diese Entwicklungen mit Schattenseiten daher: Vor allem bei jungen Menschen nimmt die Nutzung dieser Medien teilweise problematische Züge an – bei einigen scheint sich das ganze Leben nur noch um Handy und Internet zu drehen.
Das Gehirn von Handy-Süchtigen im Fokus
Im Fokus von Untersuchungen möglicher Folgen stand dabei bisher die Frage, inwieweit sich dies negativ auf das Sozialverhalten der Betroffenen auswirkt. Ein Team um Hyung Suk Seo von der Korea University in Seoul hat nun hingegen untersucht, ob sich Effekte exzessiver Smartphone- beziehungsweise Internetnutzung auch in der Gehirnchemie der Betroffenen abzeichnen.
Die Pilotstudie umfasste 19 junge Männer und Frauen im 16. Lebensjahr, bei denen die Forscher durch einen standardisierten Fragetest eine Internet- oder Smartphone-Sucht festgestellt haben. Die Fragen konzentrierten sich auf das Ausmaß, in dem die Internet- und Smartphone-Nutzung die täglichen Routinen, das soziale Leben, die Produktivität, das Schlafverhalten und die Gefühle beeinflussen. Das Resultat war eine Einstufung mittels einer Punkteskala: “Je höher die Punktzahl, desto schwerer die Sucht”, sagt Seo.
Wie er und seine Kollegen berichten, zeichnete sich bereits im Rahmen dieser Tests ab: Die Abhängigen leiden vergleichsweise häufig unter Depression, Angst, Schlaflosigkeit und impulsivem Verhalten. Als Vergleichsgruppe dienten 19 Probanden der gleichen Altersgruppe, bei denen sich kein Suchtverhalten abgezeichnet hatte. Zwölf der süchtigen Jugendlichen erhielten im Rahmen der Studie neun Wochen lang eine Verhaltenstherapie, um das Ausmaß ihres problematischen Verhaltens einzudämmen.
Kritisch verschobene Gleichgewichte
Um Einblicke in die Hirnchemie der Probanden zu gewinnen, führten die Wissenschaftler Untersuchungen mittels der sogenannten Magnetresonanzspektroskopie (MRS) durch. Durch dieses Verfahren lassen sich bestimmte biochemische Substanzen im lebenden Gewebe identifiziert und quantifizieren. Im Fokus der Forscher standen dabei zwei Neurotransmitter, die bei der Kommunikation zwischen Nervenzellen und Hirnbereichen eine wichtige Rolle spielen: Die γ-Aminobuttersäure (GABA) und Glutamat (Glx). Frühere Studien haben gezeigt, dass GABA an der visuellen und motorischen Kontrolle und der Regulation verschiedener Gehirnfunktionen, einschließlich von Angstzuständen, beteiligt ist.





