Aus der “Karrierefrau im Jil-Sander-Kostüm” (Lück über Lück) wurde eine Wissenschaftlerin, die das Wesen der Naturwissenschaften vermitteln will. Für ihre Arbeit tauschte sie eine lukrative Tätigkeit bei der Düsseldorfer Chemiefirma Henkel gegen eine Tingeltour durch Kindergärten in Frankfurt am Main, Köln und Kiel. Nicht untypisch, denn Gisela Lück ist schon immer eigene Wege gegangen. Im Studium kombinierte sie das Fach Chemie mit Philosophie und Psychologie. Bereits 1984 wollte sie eine Arbeit über naturwissenschaftliches Verständnis im Kindesalter schreiben, doch damals fand sie niemanden, der diese Idee unterstützte.
Gisela Lück, die als Mädchen nie einen Kindergarten besuchte, beobachtete jetzt, wie Kinder beim Spiel mit naturwissenschaftlichen Phänomenen mit Feuereifer bei der Sache sind: “Bei richtiger Auswahl der Experimente und einem naturwissenschaftlichen Grundverständnis der Erzieherinnen ist bereits im Kindergartenalter ein Zugang zu physikalischen und chemischen Themen möglich”, lautet ein Fazit ihrer Untersuchungen am Institut für Didaktik der Chemie der Universität Kiel. Die Kleinen haben die Experimente nicht nur gespannt verfolgt, sondern auch verstanden: 40 Prozent der Kinder konnten ein halbes Jahr später noch erzählen, warum Eis auf Wasser schwimmt, oder warum eine Kerze ohne Luftzufuhr nicht weiterbrennen kann.
Gisela Lück




