Vor der Insel La Réunion im Indischen Ozean wird ein lebendes Fossil gesichtet, ein Quastenflosser. Der “alte Vierfüßer”, der vor 350 Millionen Jahren gelebt hat und ausgestorben schien, tauchte erstmals…
Vor der Insel La Réunion im Indischen Ozean wird ein lebendes Fossil gesichtet, ein Quastenflosser. Der “alte Vierfüßer”, der vor 350 Millionen Jahren gelebt hat und ausgestorben schien, tauchte erstmals in den 1930er-Jahren vor Südafrika wieder auf und jetzt vor dem tropischen Eiland, auf dem Umweltinspektor Pierre Sénéchal gerade Urlaub macht. Prompt werden dubiose Schweizer Forscher vor der Küste des französischen Überseedepartements gesichtet, die Handlanger eines steinreichen japanischen Geschäftsmanns, der den Tiefseefisch für seine Zwecke ausbeuten will. In Indonesien stirbt derweil ein Beamter des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, der für den Schutz des Quastenflossers zuständig war, unter mysteriösen Umständen. Für Inspektor Sénéchal beginnt eine Hetzjagd durch die undurchsichtige Welt der Financiers, Jäger und Sammler an deren Ende mehr bedroht ist als nur das Fossil aus der Urzeit.
In seinem dritten Ökothriller “H2O” lässt der auf La Réunion geborene Autor Patric Nottret erneut seinen Zwei-Meter- Mann von der Abteilung zur Verfolgung von Umweltdelikten kriminelle Machenschaften aufdecken. Sénéchals Recherchen verlaufen in zahlreichen komplexen Handlungssträngen. Leider sorgt die nicht immer gelungene Übersetzung aus dem französischen Original mitunter für Verständnisschwierigkeiten. Für die beim Lesen nötige Anstrengung entschädigt der Autor jedoch mit einem faszinierenden, wissenschaftlich korrekt recherchierten Thema, echter Krimispannung und einem überraschend nassen Ende.
Nadine Eckert