Über 340 000 Tonnen gebrauchte Kühlschmierstoffe produziert allein die deutsche Metall verarbeitende Industrie Jahr für Jahr. Das harmlose Stäbchenbakterium Pseudomonas pseudoalcaligenes soll nun helfen, diese Abfallflut einzudämmen. Forscher der schweizerischen Firma Swisslube haben einen Schmierstoff entwickelt, der durch seine spezielle – geheime – Zusammensetzung das Wachstum dieses im Trinkwasser vorkommenden Keims fördert. Pseudomonas baut sich ein stabiles Biotop auf, in dem unerwünschte fremde Keime keine Chance haben. Ebenso wie die Bakterienflora im menschlichen Darm oder Rachen Krankheitserreger am Eindringen hindert, kämpft auch dieser „Leitkeim” im Schmierstoff gegen eine Verkeimung und das Wachstum von Pilzen.
Bisher mussten Schmierstoffe, die Werkzeuge und Materialien während der Bearbeitung kühlen, mit Konservierungsmitteln vor unerwünschtem Bakterienbefall geschützt werden. Doch diese Biozide lösten immer wieder Hauterkrankungen oder Allergien bei den Arbeitern aus. Zudem entwickelten sich durch ihre häufige Anwendung resistente Keime, die aus der Fabrik verschleppt werden können. Der auf Bakterienbasis sauber gehaltene Kühlschmierstoff ist für Menschen hingegen ungefährlich, fördert keine Resistenzen und bleibt viel länger fremdkeimfrei. Er muss deshalb seltener ausgewechselt werden – es entsteht weniger Müll.




