Die Plattentektonik ist eine zentrale Theorie der Geologie und Geophysik. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Lithosphäre, die einige Dutzend Kilometer dicke oberste Schicht der Erde, aus mehreren Platten besteht, die sich relativ zueinander bewegen. Neben sieben großen Platten – der Eurasischen, Afrikanischen, Nord- und Südamerikanischen, Pazifischen, Australischen und Antarktischen Platte – gibt es etliche kleinere Platten. Diese Fragmente der Erdkruste bewegen sich je nach Region aufeinander zu, voneinander weg oder schrammen aneinander vorbei. Angetrieben werden sie durch die Konvektion zähflüssiger Materie im Erdmantel unterhalb der Lithosphäre. An mittelozeanischen Rücken quillt das Mantelgestein bis zur Erdoberfläche, bildet neues Krustenmaterial und schiebt die angrenzenden Platten auseinander. An Subduktionszonen – etwa in Tiefseegräben –, wo zwei Platten aufeinander stoßen, taucht die Erdkruste wieder in den Mantel ab. Entlang der Plattengrenzen verlaufen ausgedehnte vulkanisch aktive Regionen. Die Entstehung von Vulkanen inmitten einer Erdplatte führen die Forscher auf Hot Spots zurück, unter denen auf engem Raum heißes Mantelmaterial an die Erdoberfläche dringt. Als Begründer der Plattentektonik-Theorie gilt der deutsche Forscher Alfred Wegener, der 1915 als Erster eine Drift der Kontinente postulierte.




