Der Fötus trägt Urkeimzellen in sich, die sich schon im frühen Embryonalstadium im Eierstock ansiedeln. Sie werden als Oogonien bezeichnet. Von der vierten Schwangerschaftswoche an bis zum ersten Lebensjahr vermehren sich die Oogonien, in dem sie sich quasi klonen. Man spricht von mitotischen Zellteilungen. Am Ende des ersten Lebensjahrs beträgt die Zahl der Oogonien etwa zwei Millionen. Dann wird in den Zellen die erste Reifeteilung vorbereitet, wobei der doppelte Chromosomensatz halbiert wird. Die sogenannte primäre Oozyte entsteht. Erst in der Pubertät setzt sich die Reifeteilung der primären Oozyte (im Primärfollikel) fort. Mit jedem Monatszyklus durchlaufen dann 10 bis 20 primäre Oozyten die erste Reifeteilung so weit, dass der Chromosomensatz in der Zelle einfach vorliegt und der zweite in einem sogenannten Polkörperchen ausgegliedert wird. Die Eizellen in diesem Stadium bezeichnet man als sekundäre Oozyten (im Sekundärfollikel). Zum Eisprung gelangt aber stets nur eine Eizelle. Beim Übergang von Primär- zu Sekundärfollikel vergrößert sich die Eizelle durch die Aufnahme von Proteinen und Fett. Der Tertiärfollikel ist dann bereits etwa einen Zentimeter groß. Zwischen den die Eizelle umgebenden Epithelzellen befinden sich Hohlräume, die sogenannten Follikelhöhlen. Das Endstadium der Follikelreifung ist der sogenannte Graaf-Follikel, der größer als ein Zentimeter ist. Die Hohlräume des Tertiärfollikels sind zu einer einzigen Follikelhöhle verschmolzen. Die Eizelle befindet sich in einer hügelartigen Vorwölbung. Mit der Zeit löst sie sich von dem Hügel aus Follikelzellen und schwimmt frei in der Follikelhöhle. Die Reifung der Eizelle vom Primärfollikel zum Tertiärfollikel erfolgt kontinuierlich, sodass sich im Eierstock Follikel aller Reifestadien finden. Für die Reifung zum Graaf-Follikel ist das follikelstimulierende Hormon FSH notwendig. Beim Eisprung reißt die Follikelhülle, und die Eizelle wird in den Eileiter abgestoßen. Unter anderem aus dem Rest des Follikels entsteht der Gelbkörper. Er produziert später Hormone, die helfen, die Schwangerschaft aufrechtzuerhalten.




