Die Zahl der intersexuellen Menschen in Deutschland liegt zwischen 16 000 und 800 000 – je nach Definition. Im Allgemeinen spricht man von Intersexualität, wenn die Geschlechtschromosomen (XX bei Frauen, XY bei Männern) nicht mit den inneren und äußeren Geschlechtsorganen sowie der Hormonproduktion übereinstimmen. Sogenannte XY-Frauen haben etwa einen männlichen Chromosomensatz, aber ein weibliches Genital.
Intersexualität, auch als DSD (Disorders of Sex Development) bezeichnet, ist ein Sammelbegriff, unter dem viele zwischengeschlechtliche Erscheinungsformen zusammengefasst werden. Gemeinsam ist allen Betroffenen, die auch Zwitter oder Hermaphroditen genannt werden, dass sie sowohl weibliche als auch männliche Anlagen haben. Häufig sind uneindeutige Geschlechtsorgane vorhanden, also eine zu große Klitoris oder ein verkümmerter Penis. Es gibt die Möglichkeit, das Genital operativ anzugleichen, indem etwa eine große Klitoris verkleinert, eine Scheide nachgebildet oder ein Penis aufgebaut wird.
Die Zweigeschlechtlichkeit unterscheidet sich insofern von der Transsexualität, als Transsexuelle eindeutige Geschlechtsmerkmale haben, sich aber zum anderen Geschlecht gehörig fühlen. Das zeigt: Das Geschlechtsempfinden ist komplex und setzt sich aus biologischen, sozialen und psychischen Aspekten zusammen.





