Karibische Langusten sind Navigationskünstler: Sie haben einen inneren Kompass, mit dem sie sich im Dunkeln auf dem Meeresboden zurecht finden. Wie Zugvögel und Meeresschildkröten orientieren sie sich am Magnetfeld der Erde. Das fanden Biologen von der University of North Carolina in Chapel Hill heraus, indem sie die Langusten bis zu 40 Kilometer weit von ihrer Heimat weg brachten. Als die Tiere wieder ins Meer gesetzt wurden, machten sie sich sogleich auf den Heimweg. Dass es das irdische Magnetfeld ist, das den Langusten die Richtung weist, bewiesen die Forscher mit einem zweiten Versuch. Dabei ließen sie die Langusten an ihrem Stammplatz, simulierten aber ein künstliches, falsch orientiertes Geomagnetfeld. Weil die Tiere offenbar annahmen, sie seien nördlich oder südlich ihrer geographischen Heimat gelandet, begannen sie, in die Richtung zu wandern, in der sie ihr Zuhause vermuteten.
Hans Groth





