Die Gletscher an Grönlands Südost-küste werden rapide dünner. Messungen eines Forscherteams der NASA um Bill Krabill zeigten Abnahmen der Eisdicke bis zu neun Metern in fünf Jahren. Das sei ein Ergebnis der wachsenden Geschwindigkeit, mit der die Gletscher ins Meer strömen, meinen die Wissenschaftler. Die Ursache könnte Schmelzwasser sein, das von der Eisoberfläche zum Gletschergrund sickert und dort die Reibung zwischen dem Eisstrom und der felsigen Unterlage verringert. Dadurch steigt die Fließgeschwindigkeit der Eismasse, während gleichzeitig ihre Dicke abnimmt. Bisher wirkte sich das zusätzliche Schmelzwasser nicht meßbar auf den Meeresspiegel aus. Allerdings müsse man, wenn sich die Entwicklung weiter beschleunige, mit größeren Auswirkungen rechnen, erklärte Krabill. Die Abnahme der Eisdicke soll die Gletscher anfälliger gegen Umweltveränderungen wie eine Erwärmung des Klimas machen.
Rüdiger Vaas




