„Auf einem Spaziergang durch die elsässische Petite Camargue nahe bei Basel entdeckte ich in einer Quelle eine kleine Schnecke. Ich habe sofort gemerkt, daß die etwas Besonderes ist”, erinnert sich der Biologe Martin Haase von der Universität Basel. Inzwischen ist er sicher, daß die kleine Zwergdeckelschnecke eine noch unbeschriebene Art ist. Dazu hat er in zweijähriger Arbeit jedes Organ der Tiere unter dem Mikroskop genau untersucht.
Haase wundert sich, daß niemand zuvor über das Tierchen gestolpert ist: „Die Quelle liegt nur fünf Kilometer von Basel entfernt, einer Stadt mit traditionsreicher Weichtierforschung.” Sicher sei die Schnekke mit ihren zwei Millimetern sehr klein. Andererseits leben in der Quelle bis zu 10000 Tiere auf einem Quadratmeter. Haase ist ein richtiger Arten-Jäger. Bereits 60 neue Zwergdeckelschnecken-Arten hat der 34jährige vorwiegend in Österreich und Neukaledonien entdeckt. „Es wird immer schwieriger, den Tieren einen originellen Namen zu geben”, meint er. Die neue Art taufte er auf „belgrandia gfrast”. „Gfrast” heißt im Wienerischen so viel wie „Luder”. Meist sei es herzlich und ironisch gemeint, schmunzelt Haase. „Schließlich nenne ich meine Freundin auch so.”
Martin Haase / Marcel Falk




