Medien
Wer das Radio einschaltet, hört eine Unzahl vermeintlicher Späße und Gags, die von den Moderatoren hektisch und zum Teil in Vulgärsprache verbreitet werden. Ihre Zielgruppe sind vor allem Kinder und Jugendliche.
Eine Studie der Medienpädagogen Bernd Schorb und Anja Hartung von der Universität Leipzig kommt jetzt zu dem Ergebnis, das Späße im Radio oft nichts anderes sind als Gewalt, die in Unterhaltung verpackt ist. Denn es wird meist auf Kosten anderer gelacht. Die Moderatoren beleidigen, stellen bloß und machen lächerlich.
Die Wissenschaftler hatten das Radioangebot sowohl von Privat- als auch von öffentlich-rechtlichen Sendern analysiert und 9- bis 16-Jährige befragt, wie sie die Sprüche im Hörfunk aufnehmen und bewerten. Dabei kam heraus, dass sich besonders Teenager von den „ Späßen” der Moderatoren angesprochen fühlen, da das Radio ihre persönlichen Lebenserfahrungen legitimiert: Unterdrückung durch Überlegene sowie Herabwürdigungen und Witze über Außenseiter. Schorb und Hartung fordern deshalb dringend, dass die Sender ihre Programme überprüfen.
Hans Groth




