18 Probanden ließen sich für die Studie nicht nur in den Schlaf wiegen, sondern auch die ganze Nacht durchschaukeln. Sie verbrachten dazu zwei Nächte im Schlaflabor – in der einen schlummerten sie auf einem sanft schaukelnden Bett und in der anderen schliefen sie auf einem identischen Gestell, das sich aber nicht bewegte. Stets wurden sie dabei durch spezielle Geräte genau beobachtet und auch die Gehirnströme erfassten die Forscher über Elektroden am Kopf der Probanden.
Optimierter Schlummer im Wiege-Modus
Die Ergebnisse bestätigten zunächst erneut die einschläfernde Wirkung des Schaukelns. Die Daten zum weiteren Schlafverlauf zeigten dann zudem: Im Wiege-Modus verkürzte sich der Anteil des sogenannten REM-Schlafs, der durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist und den Traumschlaf kennzeichnet. Stattdessen verbrachten die Probanden längere Phasen im Tiefschlaf und wachten auch seltener auf, berichten die Wissenschaftler. Die Analysen der Hirnströme bestätigten diese Effekte. Es zeichnete sich ab, dass die kontinuierliche Schaukelbewegung neuronale Prozesse im Gehirn synchronisierte, die sowohl für den Schlaf als auch für die Gedächtniskonsolidierung eine wichtige Rolle spielen.
Ob sich dieser Effekt konkret nachweisen lässt, testeten die Forscher, indem sie den Probanden Gedächtnisaufgaben stellten. Sie sollten sich dazu zunächst Wortpaare einprägen. Wie gut sie sich erinnern konnten, zeigten sie dann bei einem abendlichen Test und schließlich nach der Nacht im Schlaflabor. So konnten die Forscher bestätigen: Wenn die Probanden im Wiege-Modus geschlafen hatten, schnitten sie beim morgendlichen Test vergleichsweise gut ab. Bayer kommt zu dem Fazit: “Wir konnten dokumentieren, dass sich das Schaukeln günstig auf das Schlafen und seine Effekte auswirkt. Unsere Freiwilligen schliefen – obwohl sie alle normale Schläfer waren – schnell ein und dann besonders gut durch, wenn sie schaukelten”, resümiert er das Ergebnis.





