Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Shop
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-392
E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Gesundheit & Medizin/Artikel
Bakteriophagen: KI erstellt funktionsfähige Viren
Gesundheit & Medizin

Bakteriophagen: KI erstellt funktionsfähige Viren

Bakteriophagen, also Viren, die Bakterien befallen, haben ein vergleichweise einfach aufgebautes Genom. Nun haben Forschende ein vollständiges Phagen-Erbgut per KI generiert. · Foto: © koto_feja/ iStock

Mithilfe von künstlicher Intelligenz haben Forschende komplette Genome für Bakteriophagen von Grund auf neu entworfen und im Labor getestet. Einige dieser synthetisch erzeugten Viren infizierten erfolgreich Escherichia-coli-Bakterien und überwanden dabei sogar Resistenzen, an denen natürlich vorkommende Bakteriophagen scheitern. Die Entdeckung könnte neue Ansätze zur Behandlung bakterieller Infektionen bieten, wirft aber auch gravierende Fragen zur Biosicherheit auf.
Autor
Elena Bernard
07. August 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Gesundheit & Medizin

Mit biotechnologischen Methoden lassen sich Gene punktgenau verändern. Kleine Genome von Viren, Bakterien und Hefen haben Forschende sogar schon vollständig nachgebaut und teils sogar modifiziert. Ein neues Erbgut von Grund auf zu entwerfen, war bislang allerdings kaum möglich. „Selbst die einfachsten Genome sind äußerst komplex und können durch eine einzige Mutation lebensunfähig werden“, erklärt ein Team um Samuel King von der Stanford University in Kalifornien. „Dementsprechend ist das Design ganzer Genome bislang weitgehend unerreichbar geblieben.

Vollständige Genome per Sprachmodell

Doch nun haben King und seine Kollegen diese Hürde überwunden und mithilfe künstlicher Intelligenz vollständige Genome von Bakteriophagen erstellt. Dazu nutzten sie zwei Genom-Sprachmodelle namens Evo 1 und Evo 2. „Ähnlich wie andere Sprachmodelle anhand großer Textmengen trainiert werden, werden Genom-Sprachmodelle mithilfe von großen DNA-Datensätzen trainiert, die Millionen von Genomen aus allen Domänen des Lebens umfassen“, erklären die Forschenden. „Dies ermöglicht es diesen Modellen, die evolutionären Einschränkungen zu erlernen, die DNA-Sequenzen in der Natur prägen.“

Nach einer Feinabstimmung der Modelle auf Bakteriophagen wiesen King und sein Team die KI an, neuartige Phagengenome zu generieren. Als Entwurfsvorlage diente dabei das natürlich vorkommende Virus ΦX174, das das Darmbakterium Escherichia coli befällt. Aus tausenden von der KI vorgeschlagenen Genomen wählten die Forschenden rund 300 aus, die sie synthetisierten und im Labor testeten. Und tatsächlich: „16 der generierten Phagen erwiesen sich als lebensfähig und waren in der Lage, das Wachstum von E. coli zu hemmen“, berichtet das Team.

Wirksam gegen resistente Bakterien

Weitere Analysen ergaben, dass die künstliche Intelligenz wirklich neuartige Genome erzeugt und nicht einfach bestehende nachgebaut hat. „Die generierten Phagen unterschieden sich von allen bekannten natürlichen Phagen und wiesen De-novo-Mutationen, abweichende Gene und regulatorische Elemente sowie variable Genomlängen auf“, schreiben King und seine Kollegen. Einer der künstlich erzeugten Phagen nutzte beispielsweise in seiner Proteinhülle ein Verpackungsprotein eines evolutionär weit von ΦX174 entfernten Phagen. Vollkommen unabhängig vom natürlichen Vorbild sind die erzeugten Viren jedoch nicht: Alle lebensfähigen Varianten stimmten zu mehr als 90 Prozent mit der Vorlage überein.

Um das therapeutische Potenzial der KI-generierten Phagen zu testen, konfrontierten die Forschenden die 16 funktionsfähigen Phagen mit Escherichia-coli-Stämmen, die gegen natürliche ΦX174-Pagen resistent sind. „Ein Cocktail aus diesen künstlich erzeugten Phagen überwindet ΦX174-resistente Escherichia-coli-Stämme innerhalb kurzer Zeit“, berichtet das Team. „Durch künstliche Intelligenz generierte Phagentherapien könnten damit einen Ansatz gegen sich rasch weiterentwickelnde bakterielle Krankheitserreger liefern.“

Gefahr einer missbräuchlichen Nutzung

Doch die Entwicklung kann nicht nur medizinische Chancen eröffnen, sie birgt auch potenziell gravierende Sicherheitsrisiken. „Eine zentrale Befürchtung der internationalen Sicherheitsdiskussion um KI-Anwendungen in der Biotechnologie ist, dass sich über KI-Modelle Krankheitserreger wie pandemische Viren gezielt verbessern lassen oder sich gar völlig neue Erreger generieren und als biologische Waffen nutzen lassen – auch durch nichtstaatliche Akteure“, erklärt Harald König vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Um solche Risiken so weit wie möglich einzudämmen, haben King und sein Team in den Trainingsdaten der KI-Modelle gezielt Viren ausgespart, die Menschen, Tiere oder Pflanzen infizieren könnten. „Aber naheliegenderweise wäre genau der umgekehrte Weg derjenige zur Erzeugung gefährlicher, bisher nicht bekannter humanpathogener Viren“, warnt der nicht an der Studie beteiligte Mikrobiologe Mirko Himmel von der Universität Hamburg. „Es ist wichtig, diese Dual-Use-Aspekte nicht zu negieren.“

Wichtig seien deshalb neue internationale Sicherheitsvorschriften. „Bestehende Regulierungsrahmen reichen für die Überwachung der generativen Genomik nicht aus“, schreiben Thomas Inglesby und Moritz Hanke von der Johns Hopkins University in Baltimore in einem begleitenden Kommentar zur Studie, der ebenfalls in Science veröffentlicht wurde. „Die Frage ist nicht mehr, ob es das generative Design viraler Genome geben wird“, betonen sie. „Die Frage ist, ob die Gesellschaft ein Aufsichtssystem aufbauen kann, das es ermöglicht, die Vorteile dieser Technologie zu nutzen und gleichzeitig zu verhindern, dass sie ernsthaften Schaden anrichtet.“

Quelle: Samuel King (Stanford University, Kalifornien, USA) et al., Science, doi: 10.1126/science.aec2657

BakteriophagenBiowaffenDual-UseKIKünstliche IntelligenzResistenzViren
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie Bild der Wissenschaft in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Gesundheit & Medizin

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit & Medizin.

Alle Gesundheit & Medizin-Artikel
Neandertaler-Erbe stärkt unsere Muskeln
Gesundheit & Medizin

Neandertaler-Erbe stärkt unsere Muskeln

7. August 2026

Urzeitlicher Muskelbooster: Zwei vom Neandertaler geerbte Genvarianten fördern das Muskelwachstum. Träger dieser Mutationen haben dadurch mehr Muskelmasse.

Stuhltransplantation könnte gegen Erdnussallergie helfen
Gesundheit & Medizin

Stuhltransplantation könnte gegen Erdnussallergie helfen

6. August 2026

Von gesunden Spendern übertragene nützliche Darmbakterien können Allergien gegen Erdnüsse verringern, zeigt eine Pilotstudie.

Polyethylen-Mikroplastik kann eine Fettleber begünstigen
Gesundheit & Medizin

Polyethylen-Mikroplastik kann eine Fettleber begünstigen

5. August 2026

Der verbreitete Kunststoff Polyethylen (PE) galt bisher als gesundheitlich unbedenklich. Doch als Mikroplastik kann er einer Studie zufolge die Leber schädigen.

Fibromyalgie hat (doch) eine genetische Basis
Gesundheit & Medizin

Fibromyalgie hat (doch) eine genetische Basis

4. August 2026

Genetiker haben erstmals 26 Genvarianten identifiziert, die das Risiko für die Schmerzerkrankung Fibromyalgie erhöhen. Diese galt lange als bloß…

← Zurück zu Gesundheit & MedizinZur Startseite