Welche Erkenntnisse hat die Studie gebracht? Wir haben das Rauchverhalten von 16- bis 19-jährigen Jugendlichen untersucht. Das Ergebnis: Rauchen die Eltern nicht, so rauchen ihre Kinder mit einer Wahrscheinlichkeit von nur etwa 20 Prozent. Wenn ein Elternteil raucht, steigt das Risiko bei den Kindern bereits auf das Doppelte. Rauchen beide Elternteile, greifen sogar 45 Prozent der Kinder zur Zigarette. Besonders krass scheint das schlechte Vorbild von rauchenden alleinerziehenden Müttern zu sein: Zwei Drittel ihrer Kinder rauchen.
Lässt sich das Risiko reduzieren? Treibt ein Jugendlicher regelmäßig Sport, so halbiert sich sein Risiko, zu rauchen. Die – allerdings kleine – Gruppe der regelmäßigen Gottesdienstbesucher hat sogar nur ein Drittel des normalen Risikos. Allerdings kann man daraus nicht den Schluss ziehen, dass man Kinder nur zum Sport oder in den Gottesdienst schicken muss, damit sie weniger rauchen. Vielmehr muss das gesamte soziale Umfeld stimmen, damit dieser Effekt eintritt.
Gibt es andere Möglichkeiten, Kinder zu schützen? Ja, das von der EU geplante Werbeverbot und eine Erhöhung der Tabaksteuer. Wird die Steuer jedoch zu hoch, fördert das Schwarzhandel und Kriminalität.
Hans Groth




