Baumwolle, die durch gentechnische Veränderungen gegen Schädlinge resistent ist, kann in den Tropen weitaus höhere Erträge bringen als herkömmliche Sorten. Das ist das Ergebnis einer Feldstudie in Indien, die von Wissenschaftlern der Universität Bonn und der University of California in Berkeley durchgeführt wurde. Die Forscher um Matin Qaim und David Zilberman ließen 395 Landwirte auf ihren Farmen neben so genannter Bt-Baumwolle auch zwei normale Baumwollsorten anpflanzen. Bt-Baumwolle ist resistent gegen den Hauptschädling der Pflanze, den Baumwollkapselwurm, da sie ein Gen des Bakteriums Bacillus thuringiensis (Bt) enthält, das ein Insektizid produziert. Qaim: „Die Ernte bei der Bt-Baumwolle fiel um 80 Prozent höher aus als bei den beiden anderen Sorten. Trotz höherer Kosten für das Saatgut konnten die Bauern ihre Einkünfte verfünffachen.” Das widerspricht auf den ersten Blick Untersuchungen in den USA und Kanada, nach denen Landwirte mit gentechnisch veränderten Pflanzen keine oder nur sehr geringe Ertragssteigerungen erzielen konnten (bild der wissenschaft 12/2002, „Kritik an Gen-Pflanzen”). Die Forscher weisen aber darauf hin, dass in diesen Ländern pro Jahr nur etwa 12 Prozent der Baumwollernte vom Kapselwurm vernichtet wird, während es in Indien und anderen tropischen Ländern 50 bis 60 Prozent sind.
Hans Groth




