Viele Studentinnen gehen auf den Strich, um ihr Studium zu finanzieren – das berichtet die Boulevardpresse immer wieder. Doch stimmt das das wirklich? Ist das Rotlichtmilieu tatsächlich eine wichtige Einnahmequelle der jungen Frauen?
Marlene Wolfram von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd ging dem Verdacht auf den Grund und wollte wissen, ob Studentinnen angesichts von Studiengebühren und steigender Lebenshaltungskosten dazu neigen, ihr Studium „horizontal” zu finanzieren. Dazu verteilte Wolfram an der Hochschule 100 anonymisierte Fragebögen. Die Befragten sollten unter anderem beantworten, wie sie ihr Studium finanzieren und wie sie zu moralisch bedenklichen Geldbeschaffungsmethoden stehen – etwa Prostitution, Telefonsex oder Drogenkurier-Dienste.
Ergebnis: Finanzierung durch die Eltern und Nebenjobs wie Kellnern sind die wichtigsten Einnahmequellen. Auf Platz drei folgt das BAföG. So gut wie keine Rolle dagegen spielt die neu eingeführte Möglichkeit eines Studienkredits. Einhellig abgelehnt wurden Einnahmequellen wie Prostitution und Kleinkriminalität. Die Studentinnen erklärten, sie würden selbst in größter Finanznot nicht zu solchen Mitteln greifen. Eine sehr kleine Minderheit konnte sich allenfalls vorstellen, als Begleitservice zu arbeiten. Die „anschaffende Studentin” ist demnach eine reine Erfindung.





