Plutoniumdioxid, ein Bestandteil von Kernbrennstäben, ist weniger stabil als bisher angenommen. Es reagiert schon bei Raumtemperatur mit feuchter Luft oder Wasser, wie Chemiker um John Haschke vom Los Alamos National Laboratory in New Mexico, USA, herausgefunden haben. Deshalb fordern Experten wie Charles Madic von der französischen Energiebehörde CEA, die Sicherheitskonzepte für die Endlagerung von Atommüll müßten überarbeitet werden. Bei der Umsetzung entsteht ein höheres Oxid des Plutoniums. Es ist im Gegensatz zum Dioxid wasserlöslich. Dadurch wächst die Gefahr, daß sich radioaktive Plutoniumatome in der Umgebung von Atommüllagern oder von Kernwaffen-Testgebieten ausbreiten. Außerdem bildet sich bei der Reaktion Wasserstoffgas. In Lagerbehältern könnte es sich anreichern und mit Luft ein explosives Gemisch bilden. In Röntgenbeugungsspektren ist das neue Oxid kaum vom Dioxid zu unterscheiden. Deswegen seien die Reaktionen von Plutoniumoxid bisher unentdeckt geblieben, meint Haschke.
Rüdiger Vaas




