Allenthalben wird beklagt, dass viel zu wenig Mädchen und junge Frauen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder auch Technik studieren. Warum diese sogenannten MINT-Fächer beim weiblichen Geschlecht nicht sonderlich beliebt sind, dafür hat ein amerikanisch-australisches Forscherteam jetzt eine erstaunliche Erklärung. Die Wissenschaftler um Lora E. Park von der University at Buffalo behaupten nämlich: Die romantische Veranlagung vieler Mädchen und das Bedürfnis, auf Männer attraktiv zu wirken, ist dafür verantwortlich, dass sie von einem MINT-Studium Abstand nehmen.
Park hatte verschiedene Tests mit Studentinnen durchgeführt, die sich noch nicht für ein Hauptfach entschieden hatten. Ein Teil von ihnen wurde in Gesprächen oder auch durch Bilder in eine romantische Stimmung versetzt. Anschließend fragte man die jungen Frauen, ob sie sich eher für ein MINT-Fach oder etwa für das Studium einer Sprache entscheiden würden. Ergebnis: Die Tendenz, Mathematik oder Naturwissenschaften zu belegen, war bei den Probandinnen in der romantischen Gefühlslage weitaus geringer als bei der Kontrollgruppe. Park erklärt dieses Phänomen damit, dass Frauen oft schon früh auf die Rolle „getrimmt” werden, auf Männer attraktiv zu wirken. Dies habe zur Folge, dass sie glauben, das Studium eines traditionell männlichen MINT-Fachs widerspräche ihrer weiblichen Rolle und könne eine Partnerschaft gefährden.
Allerdings haben frühere Untersuchungen auch handfeste Erklärungen parat, warum sich viele Mädchen nicht für ein naturwissenschaftliches Studium entscheiden. Demnach fehlt es darin an praxisbezogenen Inhalten. Fest steht, dass die Bewerbungschancen von Mädchen nach Abschluss eines MINT-Studiums deutlich schlechter sind als die von Männern (bild der wissenschaft 6/2011, „Fehlgeburt oder Unfall”).





