Seit ihrer Wiedergründung im Jahr 1953 versucht die Alexander von Humboldt-Stiftung ausländische Spitzenforscher nach Deutschland zu holen. Ein jährlicher Etat von rund 40 Millionen Euro macht großzügige Stipendien möglich und sorgt für die Konkurrenzfähigkeit im zunehmenden Wettbewerb um die internationale Elite. Besonders beliebt sind die Gastprofessuren bei Forschern aus China, Indien und den Staaten der Russischen Förderation. Die Stipendiaten werden aufgrund ihrer individuellen wissenschaftlichen Qualifikation von einem hochkarätig besetzten Gremium ausgewählt. Sie sind frei in der Wahl ihres Forschungsthemas und arbeiten in der Regel 12 bis 24 Monate an einem deutschen Institut ihrer Wahl. Zusätzlich werden international führende Gelehrte ihres Fachgebietes für ihr wissenschaftliches Werk mit dem Alexander von Humboldt-Preis ausgezeichnet und nach Deutschland eingeladen. Dort erhalten sie weitere Unterstützung in Form von Sprachkursen. Außerdem werden ihnen freie Mitarbeiter zur Seite gestellt. Nicht jede der rund 300 Hochschulen Deutschlands übt dabei eine gleich starke Anziehungskraft auf internationale Spitzenwissenschaftler aus. Insgesamt sind es nur 20 Universitäten, auf die sich die Hälfte der Gastforscher verteilt. Nach dem Humboldt-Ranking 2002 bieten die Universitäten in München, Heidelberg und Berlin das attraktivste Forschungsumfeld. Das Bild ändert sich, sobald die Größe der Hochschulen in das Ranking einfließt. Hier verdrängen die vergleichsweise kleinen Universitäten Ulm, Bayreuth und Karlsruhe viele größere Konkurrenten. Unangefochten auf Platz 1 bleibt jedoch auch beim gewichteten Ranking die TU München. Die Universitäten Ulm und Heidelberg folgen auf den Plätzen 2 und 3. Für das Ranking wurde ausgewertet, an welchen Einrichtungen die 2925 Forschungsstipendiaten und Träger des Alexander von Humboldt-Preises in der Zeit von 1997 bis 2001 geforscht haben. Auffallend ist, dass Hochschulen aus den neuen Bundesländern zwar aufholen, den Sprung in die Hitliste aber noch nicht geschafft haben.
Hans Groth




