Manche Computerspiel können bei lernbehinderten Kindern räumliches und logisches denken fördern, fand der Diplom-Psychologe Elmar Souvignier, 31, heraus.
Souvignier, Mitarbeiter am Seminar für Lernbehindertenpädagogik der Universität Köln, ließ Sonderschüler im Alter zwischen 11 und 16 Jahren auf dem Game Boy “Tetris” spielen. Dabei sollten die Schüler verschiedene geometrische Figuren unter Zeitdruck mit Tastenbefehlen drehen und in passende Lücken schieben. Resultat: Kinder, die vorher Probleme bei der räumlichen Wahrnehmung hatten, konnten nach dem Tetris-Training deutlich besser Muster erkennen und in drei Dimensionen denken. Nach der Spiel-Übung sollten die Schüler eine einfache Physikaufgabe lösen. Dabei schnitten sie besser ab als eine Kontrollgruppe, die mit Mal- und Schreibprogrammen gearbeitet hatte. Die Schüler einer dritten Gruppe, die Denkübungen aus herkömmlichen Intelligenztests gemacht hatten, waren bei der Physik-Aufgabe nicht erfolgreicher als die Kinder am Game Boy. Souvignier schließt daraus: “Die verbesserte bildliche Vorstellung hilft auch beim logischen Denken.”
Der Psychologe befürwortet allerdings nur einfache Computerspiele als Trainingsinstrument: “Kompliziertere Spiele als Tetris bringen nichts, weil sie keine speziellen Fähigkeiten schulen und die Kinder mit aufwendigen Grafik-Animationen überreizen.”
Elmar Souvignier





