„Große Galaxien wie der Andromeda-Nebel oder unsere Milchstraße haben sich durch wiederholte Verschmelzungen kleinerer Galaxien gebildet sowie durch das Verschlingen einer gewaltigen Anzahl massearmer Wolken”, sagt David A. Thilker von der Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland. „ Theoretische Studien sagen voraus, dass dieser galaktische Wachstumsprozess auch heute noch anhält.”
Bislang war es für Astronomen schwierig, solche galaktischen Bausteine nachzuweisen – sie sind einfach zu lichtschwach. Doch jetzt entdeckten Thilker und seine Kollegen mit dem Robert C. Byrd Green Bank Telescope in West Virginia – dem größten voll beweglichen Radioteleskop der Welt – 20 Wolken aus neutralem Wasserstoff bei der Andromeda-Galaxie, in einem Umkreis von bis zu 163000 Lichtjahren. Sie sind aus der galaktischen Vorzeit übrig geblieben und werden irgendwann von der Sterneninsel verschluckt.
Das ist auch früher schon geschehen und liefert die Erklärung für die so genannten G-Zwergsterne. In ihrer Armut an schwereren Elementen ähneln sie Milliarden Jahre alten Ursternen, sind aber wesentlich jünger. Sie haben sich aus den einfallenden Urgaswolken gebildet.
Auch in der Umgebung der Milchstraße sind solche „ Hochgeschwindigkeitswolken” bekannt. Doch bei einigen von ihnen handelt es sich auf jeden Fall nicht um „Urstoff”, sondern sie wurden durch Sternexplosionen aus der Galaxis herausgeschleudert (bild der wissenschaft 5/2001, „Kosmischer Gasregen”).
Hans Groth




