„Insekten und Maden haben mich schon als Kind fasziniert.” Ekel kannte Gail Anderson nie. Die Kanadierin machte ihr Interesse zum Beruf und studierte Zoologie. Heute stellt sie ihr Wissen in den Dienst der Kriminologie: Sie erkennt leichenbesiedelnde Fliegen- und Käfermaden und weiß, ob ein Fundort auch ein Tatort ist. Bei Toten aus dem Meer hilft das nicht. Ein Freund von der Polizei brachte sie auf die Idee mit den Unterwasserstudien. Anderson ist die erste Forscherin weltweit, die untersucht, was mit toten Körpern unter Wasser geschieht – und erntet fachliche und öffentliche Anerkennung: 2001 erhielt sie den „Derome Award”, die höchste Auszeichnung der Kanadischen Gesellschaft für Forensik, und 2005 listete das Time Magazine sie unter den fünf Top-Vordenkern des Jahrhunderts für die Strafjustiz. Was will Anderson mehr? „Geld!”, sagt sie, direkt wie immer. „Für neue Forschungen, um noch mehr dubiose Sterbeumstände klären zu können.”





