Es hätte auffallen müssen, dass die Autorin schon im ersten Satz gehörig übers Ziel hinausschießt, in welchem sie die Ortsnamen von Hiroshima, Nagasaki, Tschernobyl und Fukushima in einem Atemzug nennt. Diese Polemik taugt weder dazu, die Atombombenabwürfe und deren fatale Folgen auf die Städte Hiroshima und Nagasaki zu verharmlosen, noch dazu, die Nuklearunfälle von Tschernobyl und Fukushima zu dämonisieren. Soll damit suggeriert werden, dass das Betreiben eines Kernkraftwerks moralisch und ethisch mit dem Zünden einer Atombombe vergleichbar ist?
Man stelle sich den gesellschaftlichen Aufschrei vor, würde jemand die folgenschweren Chemieunfälle von Bhopal und Seveso mit den Ortsnamen Auschwitz oder Buchenwald in Relation zu setzen versuchen. Fukushima ist ein dramatisches Ereignis mit noch immer ungewissem Ausgang, aber es ist nicht bewusst herbeigeführt worden mit dem Ziel, so viele Menschen wie möglich zu töten. Thomas Lexow, per E-Mail
Hiroshima – Professor Sawadas einsamer Kampf
Heft 3/2012
Der Artikel ist höchst interessant und informativ. Nur hätte ich zu dem Absatz auf Seite 34, der nach der Überschrift „Nur nichts übersehen” folgt, eine Anmerkung.
In diesem Absatz heißt es: „Insbesondere zweifelt Werner Rühm an, dass in vielen Gebieten sämtliche radioaktiven Teilchen vom Regen weggewaschen wurden und deshalb nicht mehr nachzuweisen sind: ,Selbst wenn das für die feinen radioaktiven Partikel zutreffen sollte, die Professor Sawada für das erhöhte Strahlenrisiko verantwortlich macht, hätte man doch zumindest Cäsium- 137 finden müssen, das sich sehr effektiv an Tonminerale im Boden anheftet. Man konnte Cäsium- 137 jedoch nur in den bekannten kleinflächigen Fallout-Gebieten nachweisen.‘”
Meiner Ansicht nach kann man diesen Absatz nicht völlig unkommentiert stehen lassen. Ich schließe daraus, dass Cäsium-137-Partikel schwerer als manche anderen radioaktiven Partikel sind. Daher meine ich: Es kann doch möglich sein, dass man in dem größeren Gebiet von Professor Sawada diese Partikel daher nicht gefunden hat, weil sie nicht so weit geflogen sind. Das schließt aber nicht aus, dass die interne Strahlungsdosis doch vorhanden ist und krebserregend sein kann.
Thomas Adelmann, per E-Mail
Heinrich Hemmes Cogito
Die in Ihrer Zeitschrift veröffentlichten Aufgaben von Prof. Hemme aus Aachen verdienen höchstes Lob. Es wird auf vielen Gebieten des Lebens gezeigt, wie die mathematische Wissenschaft angewendet werden muss, um Fragen zu beantworten. Es geht um die Geometrie und die Arithmetik, bis zur diophantischen Gleichung. Vom Schachspiel geht es zur Beschäftigung mit den Kindern und von dort zur Anwendung der Kombinatorik … herzlichen Dank!
Wissenschaftsjournalisten sollten in ihren Beiträgen, wenn es nötig und möglich ist, durchaus die Mathematik zur Beschreibung der Naturvorgänge verwenden. Trauen Sie Ihren Lesern zu, dass sie in der Lage sind, dies zu verstehen!
Peter Fischer, Falkenstein
Superhirn auf acht Beinen
Heft 3/2012
Beim Lesen des Krakenartikels kam mir ein Beitrag zu diesem Thema aus den 1960er- oder 1970er-Jahren in Erinnerung, der mich damals sehr beeindruckt hat. Vermutliche Quelle war eine der beiden Zeitschriften „Poseidon” oder „Wissenschaft und Fortschritt” (beides DDR-Zeitschriften).
Es wurden Untersuchungen im Freiwasser beschrieben, die schon Ende der 1940er-Jahre stattgefunden hatten. Bei ihnen hatten Kraken einfache geometrische Muster wie Kreise, Rechtecke und Dreiecke auf einer schachbrettartig aufgeteilten Unterlage erfolgreich voneinander unter-schieden.
Es wurde auch von Kraken berichtet, die sich an die Taucher gewöhnten und spielerisch Gesten austauschten. Ebenso wurde das Sammeln von Steinen und Muschelschalen beschrieben, die zu einem kleinen Hügel vor der Wohnhöhle in einer „My home is my castle” -Manier aufgestapelt waren. Beim Schnorcheln und Gerätetauchen habe ich öfter solche Stellen gesehen und gelegentlich auch den Blickkontakt mit einem dieser Sammler in seiner Höhle gehabt.
Klaus Hohmann, per E-Mail
Wer hat die Null erfunden?
!Beutelspacher Heft 3/2012
Bei der Frage, wer die Null erfunden hat, muss man meines Erachtens unterscheiden, ob man die Null als Ziffer oder die Null als Zahl meint.
Die Babylonier haben in ihrem fast 4000 Jahre alten Positionssystem zur Basis 60 seit dem dritten vorchristlichen Jahrhundert ein eigenes Symbol zur Kennzeichnung von Leerstellen verwendet – zunächst nur im Inneren von Zahlen, später auch am Ende. Demnach müssten eigentlich sie als Erfinder der Ziffer Null gelten.
Das eigentlich Neue bei den Indern war, dass sie die Null nicht nur als benötigtes Leerstellenzeichen für ihr Dezimalsystem ansahen, sondern auch als Zahl (die Anzahl von Nichts) auffassten, zum Beispiel als das Ergebnis der Subtraktion einer Zahl von sich selbst. Die Maya könnten allenfalls beanspruchen, das vielleicht schönste Symbol für die Null erfunden zu haben, obwohl das natürlich Geschmacksache ist.
Karl Kuhlemann, per E-Mail
Die Hackfleisch- Punkte
!Beutelspacher Heft 4/2012
Der Beitrag von Herrn Beutels-pacher im Aprilheft, den ich wie immer schmunzelnd gelesen habe, hat in mir die Erinnerung an die Definition eines meiner Lehrer oder meiner Dozenten wachgerufen – so genau weiß ich dies nach mehr als 50 Jahren nicht mehr. Die Definition lautete: „Ein Punkt ist ein Winkel, dem die Schenkel ausgerissen wurden!” Noch Fragen?
Erwin W. Rühl, per E-Mail




