Für die Jagd sind Eisbären mit ihrem weißen Fell vor verschneitem Hintergrund optimal getarnt. Doch das Eisbärenfell kann noch viel mehr: Einige Forscher vermuten, dass die Haare der Wärmeregulation dienen. Sie enthalten weder Pigmente noch Mark und entsprechen deshalb hellen, fast durchscheinenden Röhrchen. Der Eindruck weißer Färbung entsteht durch Reflexion des Sonnenlichts. Die hohlen Haare leiten das Sonnenlicht ungehindert auf die schwarz gefärbte Haut, die es effektiv in Wärmeenergie umwandelt. So nutzt der Eisbär das im arktischen Winter spärlich vorhandene Sonnenlicht optimal. Die bis zu zehn Zentimeter starke Isolierschicht aus Fett erledigt den Rest.
Wie aber kommt ein Eisbär im Zoo bei den 34 Grad Celsius im Schatten klar, die letzten Sommer herrschten? „Die haben weniger Probleme als Braunbären”, sagt Andreas Wössner. Seit 15 Jahren betreut der 38-Jährige die großen Raubtiere in der Stuttgarter Wilhelma. Heiße Sommer in Deutschland überstehen Eisbären ähnlich wie Hunde. Da sie keine Schweißdrüsen besitzen, geben sie Hitze durch ständiges Ein- und Ausatmen, das Hecheln, ab. So kühlen sie den Atem und die durch die dunklen Hautpigmente graublaue Zunge ab, und die Körpertemperatur sinkt. Hin und wieder gönnen die Pfleger ihren Bären auch mal eine „Eisbombe”: Leckereien wie Fleischstücke, Obst und Gemüse in einem großen Eisklumpen. Doch nicht zu oft, meint Wössner: „Die Bären finden die Eiskugeln rasch langweilig und lassen sie in der Ecke liegen. Beliebter sind gefrorene Joghurtdrinks und Fische frisch aus dem Kühlraum. Die werden immer sofort verputzt.” nec




