Arielys Buch ist eine Sammlung solcher Spitzen gegen seine rationalen Ökonomenfreunde (ja, ein paar habe ich noch). Mit vielen Beispielen und Experimenten belegt er, dass Menschen oft lieber ihren Gefühlen als ihrem Verstand folgen und wieso das mitunter gar nicht so schlecht ist. Warum schätzen viele das mühevoll, aber leider schief zusammengezimmerte Ikea-Regal mehr als das einwandfreie gekaufte? Warum spenden manche Leute für einen Hund, der auf einem verlassenen Schiff im Pazifik treibt, aber nicht für die Ausrottung der Malaria? Und wieso stellt der moderne Heiratsmarkt trotz Online-Dating einen der krassesten Fälle von Marktversagen in westlichen Gesellschaften dar? Ariely hat für all das in seinem gut übersetzten Buch eine überzeugende Erklärung.
Bevor er sich schließlich mit irrationalen Grüßen verabschiedet, gibt er noch all jenen einen fachmännischen Rat, die Heiratspläne schmieden: Zunächst einmal das Hochzeitsfest mit allem Drumherum planen und nur, wenn man sich dann immer noch gut leiden kann, den Entschluss zur Hochzeit fassen.
Jochen Paulus





