Einen einzigartigen Verteidigungsmechanismus bei Fröschen haben US-Forscher um David C. Blackburn von der Harvard University in Cambridge entdeckt: Der in Zentralafrika lebende Haarfrosch Trichobatrachus robustus kann seine Krallen an den Zehen der Hinterbeine zücken. Vermutlich bei Gefahr werden sie durch einen Muskel und eine Sehne ausgefahren und dringen durch die Haut – wobei sich das Tier selbst verletzt. Doch dies nimmt der 9 bis 13 Zentimeter lange Frosch in Kauf, „denn die Krallen können einem Gegner schmerzhafte Kratzwunden zufügen”, sagt Blackburn. Einzigartig ist auch das Material der „Waffen”: Die Krallen bestehen nicht wie gewöhnlich aus Horn , sondern aus Knochen.
Inzwischen fand Blackburn bei zehn weiteren Froscharten solche Krallen. Unklar ist noch, ob die Tiere nach erfolgreicher Verteidigung ihre Krallen wieder einziehen können, da der Forscher seine Entdeckung an toten Museumsexemplaren gemacht hat. Er will daher als nächstes lebende Tiere untersuchen.




