Mit 39 Instituten, 4200 Mitarbeitern und einem Jahresetat von 390 Millionen Euro ist das Forschungszentrum Jülich das größte interdisziplinäre Forschungszentrum Europas. Am 27. Juni öffnet es seine Türen zu Naturwissenschaften und Technik. 40 000 Besucher werden erwartet. Vor allem Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren sind gefragt: Sie sollen in einer Forschungsralley ihr technisches Wissen und Können unter Beweis stellen.
Auf Staub reagiert er empfindlich: „Jump”, der derzeit schnellste Computer Europas. Wie Zinnsoldaten reihen sich die 41 mannshohen Blechschränke in der 1000 Quadratmeter großen Halle des Jülicher Zentralinstituts für Angewandte Mathematik nebeneinander. Seit vier Monaten rechnet das Zahlenmonster „IBM p690-Cluster” für 150 Forschungsgruppen in ganz Deutschland. Es simuliert, wie Schwarze Löcher entstehen oder Wasserstoff durch eine Brennstoffzelle wandert. Um zu berechnen, wie sich Schadstoffe im Untergrund auf einer Strecke von drei Kilometern in fünf Jahren ausbreiten, brauchen durchschnittliche Großrechner drei Tage. „Jump” schafft es in vier Stunden. Um dabei einen kühlen Kopf zu bewahren, wird die gesamte Raumluft – 6500 Kubikmeter – 38-mal pro Stunde umgewälzt. An den Wänden ist ein sensibles Feuerlöschsystem, das einen Brand im Keim ersticken soll.
Das Herzstück des Rechengiganten heißt „High Performance Switch” – ein zentrales Netzwerk, das die 41 Rechnerknoten mit ihren jeweils 32 Prozessoren und einem Arbeitsspeicher von insgesamt 5 TeraByte zu einer Einheit verbindet. 4000 durchschnittliche PCs wären notwendig, um Jump Paroli zu bieten und die neun Billionen Rechenschritte pro Sekunde durchzuführen. Mit Bestleistungen von nahezu neun TeraFlops ist Jump derzeit die Nummer 1 unter den zivilen Großrechnern Europas. Im weltweiten Vergleich besetzt er Rang 6.
Der globale Spitzenreiter „Earth Simulator” befindet sich im japanischen Yokohama-Institut für Erdwissenschaften. Seine Aufgabe ist es, Klimaveränderungen und Erdbeben zu berechnen. Dafür beansprucht er 3250 Quadratmeter – die Fläche eines halben Fußballfelds. Gemessen an „Jump” arbeitet er viermal flotter: Statt neun Billionen schafft der Earth Simulator 35 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde.
42 Millionen Euro wird „Jump” in den nächsten fünf Jahren verschlingen. Wie lange er Europas Nummer 1 bleiben wird, ist unklar. Denn der technische Fortschritt eilt mit Riesenschritten voran: Derzeit verdoppelt sich die Kapazität von Großrechnern alle 12 bis 18 Monate. Redaktion: Bettina Gartner
Wilhelm-Johnen-Straße
52425 Jülich
www.fz-juelich.de
Eintritt: frei





