Manche Wissenschaftler leiden unter chronischer Langeweile und lassen sich daher zu fragwürdigen Untersuchungen hinreißen. Zu diesem Schluss muss man kommen, wenn man eine Studie von Ökonomen der Universität Innsbruck betrachtet. Das Team um Matthias Sutter wollte Märkte für „Vertrauensgüter” erforschen. Darunter versteht man Märkte für eine Ware oder eine Dienstleistung, die durch ein Informationsgefälle zwischen Anbieter und Käufer geprägt sind – das ist zum Beispiel zwischen Arzt und Patient oder Automechaniker und Werkstattkunde der Fall. Auf gut Deutsch: Der eine weiß mehr als der andere – was der Anbieter ausnutzen kann, um sich einen Vorteil zu verschaffen, etwa durch zu hohe Rechnungen.
Sutter wollte wissen, wie sich das bei Taxifahrern verhält – und suchte sich für seinen Feldversuch ausgerechnet Athen aus. Bekanntlich sind etliche Taxifahrer in der griechischen Hauptstadt Schlitzohren: Sie verlangen zu hohe Tarife und fahren große Umwege. Sutter ließ drei Testpersonen insgesamt 63 Stunden lang 174 Testfahrten mit einer Gesamtlänge von 2236 Kilometern absolvieren. Und siehe da: Es stellte sich heraus, dass etliche Taxifahrer in der griechischen Hauptstadt Schlitzohren sind, zu hohe Tarife verlangen und große Umwege fahren.
Den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird das Innsbrucker Team für diese Ergebnisse sicher nicht erhalten.





