Einen Kunststoff mit Formgedächtnis, der seine Gestalt durch die Bestrahlung mit UV-Licht ändern kann, haben Wissenschaftler der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und des GKSS-Forschungszentrums in Teltow entwickelt. Als Vorbild diente dem Team um Andreas Lendlein die Natur: Pflanzen öffnen ihre Blütenblätter durch die Einwirkung des Sonnenlichts, sie benutzen quasi das Licht zur Information. Das neue Polymer weist eine ähnliche Funktionalität auf. Wird es deformiert und mit UV-Licht einer bestimmten Wellenlänge bestrahlt, behält es seine neue Form bei. Setzt man es einer zweiten Bestrahlung mit UV-Licht einer anderen Wellenlänge aus, nimmt es wieder seine ursprüngliche Gestalt an. Verantwortlich dafür sind photosensitive Molekül-Gruppen, die unter Einwirkung von Licht verschiedener Wellenlängen untereinander Bindungen eingehen beziehungsweise wieder lösen und so als molekulare Schalter fungieren. Bisher waren nur Formgedächtniskunststoffe bekannt, die auf Temperaturänderungen oder Magnetfelder reagieren. Durch die Entwicklung des neuen Polymers erhoffen sich die Forscher jetzt weitere Anwendungsgebiete wie etwa intelligente Nähmaterialien in der Medizin.




