Wenn auf Grund einer Krebserkrankung das Oberlid entfernt werden muss, kann der Augendeckel aus körpereigenem Material rekonstruiert werden. In einer Operation, die es bisher in Deutschland nur an der Universitätsklinik Lübeck gibt, schneiden die Ärzte das Unterlid bis auf einen kleinen Stiel am inneren Augenwinkel ein. Der Hautlappen wird umgeklappt und am Schließmuskel des Oberlides vernäht. Nach drei Wochen sind Blutgefäße und Nervenfasern eingewachsen, und die Chirurgen können das Gewebe auf die richtige Größe zurechtstutzen. Gleichzeitig formen sie aus einem Stück Wangenhaut ein neues Unterlid. Eine neue Bindehaut wird aus der Mundschleimhaut gewonnen.
Ulrich Fricke




