Kennen Sie Lewis Madison Terman? Wohl kaum. Aber natürlich kennen Sie Johann Wolfgang von Goethe. Der Mann hinterließ einen bleibenden Eindruck. Auch Terman billigte ihm Sonderklasse zu. Er, der maßgebliche Entwickler der ersten Intelligenztests und Schöpfer des Begriffs „Intelligenz-Quotient”, taxierte den Meister aus Frankfurt auf einen IQ von 210, also weit abgehoben von dem, was unsereiner bei Tests erzielt (Bevölkerungsdurchschnitt: 100). Seit den Zeiten von Terman – er wurde 1910 Professor an der Stanford University in Kalifornien – hat sich die Intelligenzforschung ein gutes Stück weiterentwickelt. Mit überraschenden Erkenntnissen: So spielt die Erfindung des Kochens offenbar eine zentrale Rolle bei der raschen Zunahme der Gehirnmasse unserer Vorfahren. Alles weitere ab Seite 30. Auch die sexuelle Anziehungskraft war und ist für die menschliche Intelligenz eine wichtige Stimulanz. „Indem wir unsere Gehirne als Werbeflächen für unsere Fitness verwendeten, entdeckten wir ganz neue Typen von Fitness-Indikatoren wie Großzügigkeit und Kreativität”, sagt Geoffrey F. Miller von der University of New Mexico, Albuquerque. Die 20-seitige Titelgeschichte dieser Ausgabe wird mit Sicherheit jeden Leser in ihren Bann ziehen – schon deshalb, weil wir Menschen gerne Neues erfahren über das, was uns vor anderen Wesen auszeichnet: die Intelligenz. Deshalb haben Sie auch sicher längst die Überschrift über diesen Text begriffen und wissen, dass in der Zahlenreihe an Stelle des Fragezeichens eine „8″ stehen sollte. Intelligenz ist ein Faszinosum – und ein Schlüssel zum beruflichen Erfolg. Dies belegt eine weit gefasste Untersuchung amerikanischer Psychologen an 32000 Arbeitnehmern in 500 Berufen. Ein Erfolgsgarant ist sie deswegen noch lange nicht. Manche Menschen mit hohem IQ und gutem Examen haben größte Schwierigkeiten, im Berufsleben Fuß zu fassen oder gar einen Partner zu bekommen, wie die Geschichte von Ulrike zeigt („Unter Gleichhirnigen”, auf den Seiten 46/47).
Wolfgang Hess





