Die meisten Patienteninformationen sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Das hat eine Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin gezeigt. Die Wissenschaftler um Prof. Gerd Gigerenzer analysierten 27 Broschüren über die Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs und testeten gleichzeitig, wie Patientinnen die Aussagen verstehen. Gigerenzers Fazit: „Informationen über Nutzen und Risiken werden verzerrt dargestellt und wichtige Informationen verschwiegen. Frauen werden teilweise absichtlich in die Irre geführt.” Vor allem werde mit Zahlen oft missverständlich jongliert – wie im folgenden Beispiel: „Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, wird durch die Mammographie um 25 Prozent reduziert.” In Wahrheit steckt dahinter: Von 1000 Frauen sterben durchschnittlich 4 an Brustkrebs. Bei Frauen, die sich mammographisch untersuchen lassen, reduziert sich diese Zahl auf drei. Die Früherkennung senkt das Risiko für eine Frau also nicht um 25, sondern lediglich um 0,1 Prozent. Andererseits werden die Folgen eines falschen Befunds verschwiegen: Bei einer von 1000 Frauen wird statistisch ein Brustkrebs übersehen. Und jede vierte bis fünfte Frau, die alle zwei Jahre zur Mammographie geht, wird irgendwann durch einen Bescheid erschüttert, der fälschlicherweise einen Tumor anzeigt. Um diesen Befund zu entkräften, ist eine kleine Operation nötig, bei der eine Gewebeprobe entnommen wird.





