Die Behauptung von Torsten Dellmann (Leiter des Instituts für Schienenfahrzeuge und Fördertechnik an der RWTH Aachen, Anm. d. Red.), der Transrapid sei ein Auslaufmodell, da die herkömmliche Bahn die mit der Magnetschwebetechnik angepeilte Betriebsgeschwindigkeit auch erreichen könne, kann nicht unwidersprochen bleiben.
Es geht ja nicht allein um ein paar Stundenkilometer mehr oder weniger. Zwar ist es auch mit der Rad/Schiene-Technik (R/S) durchaus möglich, in diesen Geschwindigkeitsbereich vorzustoßen. Aber selbst wenn es einmal möglich sein sollte, mit R/S fahrplanmäßig Tempo 400 zu fahren, sollte man doch fragen: Um welchen Preis?
Die Magnetschnellbahn (MSB) kann ihre unbestrittenen Vorzüge ausschließlich im Weitstreckenverkehr beziehungsweise im Interkontinentalverkehr ausspielen. Da sind, je nach installierter Leistung, erheblich mehr als 500 Kilometer pro Stunde möglich. Auf der Versuchsanlage im Emsland sind routinemäßig 420 Kilometer pro Stunde gefahren worden, mehr war wegen der zu geringen Streckenlänge bisher nicht möglich. Nach oben werden also bestenfalls vom Kostenaufwand und von der Aerodynamik Grenzen sichtbar. Berücksichtigen muss man aber die enorme Beschleunigungs- und Steigfähigkeit sowie die enormen Sicherheitsreserven der MSB, wo R/S keinesfalls konkurrieren kann.
Ein Einzelausfall bei R/S, ein Rad- oder Achsbruch, führt unweigerlich zur Katastrophe, da hierfür keine Redundanz vorgesehen und auch nicht möglich ist. Das hat die Katastrophe von Eschede eindringlich gezeigt. Der kürzlich aufgetretene, bisher ungeklärte Achsbruch am ICE 3 in Köln sollte ebenfalls sehr zu denken geben. Die Anforderungen an das Material steigen bei den auftretenden Belastungen exponentiell an und führen zu einem schwer zu bestimmenden Zeitpunkt unweigerlich zu Ermüdungsbrüchen. Fällt dagegen bei der MSB (als vergleichbarem Fall) ein Magnetregelkreis aus, führt das zwar zu einer Fehlermeldung, aber wegen der hochredundanten Systeme zu keinem Totalausfall. Der Reisende merkt davon nicht das Mindeste.
Erhard Heilmeier, per E-Mail
BIOSPRIT II: STROH STATT SOJA
Heft 8/2008
In meinem Geburtsort befindet sich ein bischöfliches Gymnasium mit Internat. Der Gebäudekomplex mit Klassenräumen, Schwimmhalle, Turnhalle, Unterkünften, einer Kirche und sonstigen Gebäuden wird seit Jahren mit Holzschnitzeln beheizt. Das Holz fällt beim Durchforsten oder der Holzgewinnung in den umliegenden Wäldern in ausreichenden Massen an. Moderne Heizkessel erreichen Wirkungsgrade von über 90 Prozent, und der schwefelarme Brennstoff verbrennt weitgehend rückstandsfrei.
Warum nach dem Motto „Tank statt Teller” Ackerflächen für nachwachsende Rohstoffe bereitstellen und mit energieaufwendigen Maßnahmen zur Bodenbearbeitung oder Veredlung nur einen Bruchteil des Heizwertes der Pflanzen nutzen, wenn das Geld (der Brennstoff) in den Wäldern sowieso herumliegt und mit geringem Energieaufwand optimal genutzt werden kann?
Rudolf Bußmann, Bergheim
DIE SONNE
Titelgeschichte, Heft 8/2008
In dieser Ausgabe haben Sie eingehend über die Sonne berichtet. Ein Aspekt, der wohl in der nahen Zukunft am Wichtigsten wird, ist aber nicht behandelt: die Möglichkeit der zukünftigen Energieversorgung. Es wird zwar angegeben, wie viel Leistung die Sonne pro Quadratmeter auf die Erde schickt. Nicht erwähnt wird, dass sie genutzt werden kann. 1366 Watt pro Quadratmeter scheinen auf den ersten Blick recht bescheiden. Rechnet man aber, was an Energie auf die gesamte Erdoberfläche auftrifft, so ist das nach verschiedenen Quellen 10 000- bis 15 000-mal so viel wie der heutige Weltenergieverbrauch.
Jean Eggmann, per E-Mail
Auf Seite 57 (Beitrag „Melanom-Alarm”) schreiben Sie im Text zum Bild (T-Shirt-Aufdruck SLIP! SLOP! SLAP!, Anm. d. Red.): „Zur Belohnung gibt’s dann SLAP! – einen freundlichen Klaps.” Hier möchten wir Sie berichtigen. In Australien heißt es in der schon seit Jahrzehnten laufenden Gesundheitskampagne „slip on a shirt, slop on sunscreen, and slap on a hat”. Es hat also nichts mit einem freundlichen Klaps zu tun, sondern weist darauf hin, dass man nicht ohne eine Kopfbedeckung in die Sonne gehen soll.
Rolf und Sonja Berberich, Geldersheim
Herr und Frau Berberich haben recht. Entschuldigung! Wir haben der Verlagsleitung eine Bildungsreise für das gesamte bdw-Team nach Australien vorgeschlagen. Die Redaktion
PROFESSOR PISCHINGERS PERSPEKTIVEN
Heft 6/2008
Mit etwas spitzer Zunge könnte man Prof. Pischingers Perspektiven darauf verkürzen, dass er den Egomanen in ihren tonnenschweren Luxuslimousinen oder „Geländewagen” durch (bekanntlich sozial problematische) Biokraftstoffe ein gutes Gewissen verschaffen will.
Wer braucht noch 170 PS, auch wenn sie nur aus 1,4 Litern Hubraum erzeugt werden? Oder gar 300 PS in einem Passat, der auf der Rückseite des bdw-Hefts 6/2008 beworben wird? In vielleicht 50 oder 100 Jahren werden die nachkommenden Generationen vielleicht mitleidig auf diese heutige Ära zurückschauen, in der die sogenannte individuelle Freiheit (des Stärkeren) mehr galt als die Entwicklung umwelt- und sozialverträglicher Verkehrskonzepte.
Und – die fortschrittlichen Fahrzeuge mit pfiffigen Ideen, geringem Verbrauch, weniger als 120 Gramm CO2 (pro gefahrenem Kilometer, Anm. d. Red.), bequemer Innenausstattung, hohem Sicherheitsniveau, zügiger Reisegeschwindigkeit mit Reserven und vernünftiger Spurtstärke zum Überholen gibt es ja bereits jetzt. Seit drei Jahren fahre ich einen Renault Modus dCi mit 1,5 Litern Hubraum, 87 PS, 119 Gramm CO2. Der Verbrauch selbst bei flotter Fahrt auf der Autobahn (bis über 180 Kilometer pro Stunde) überschreitet kaum 7,5 Liter pro 100 Kilometer, bei sparsamer Fahrweise weniger als 4,4 Liter. Eigentlich schade, dass solche vorhandenen Lösungen oft belächelt werden („Kleinwagen”).
Kilian Schloemp-Uelhoff, Dipl.-Sozialpädagoge, per E-Mail




