Tiere lügen nicht vom 26. März bis 29. August 2004
So lautet die umstrittene Hypothese, mit der das Museum für Kommunikation Berlin die dreiteilige Ausstellungsreihe Facetten tierischer Kommunikation abschließt. Bis heute gelten Tiere mancherorts nicht nur als Lügner, sondern auch als Ketzer und Mörder und werden dafür wie Menschen vor Gericht gestellt. Erst 1999 wurde ein Esel in Kolumbien wegen Mordverdachts zu zehn Tagen Haft verurteilt. In Frankreich verhängten weltliche Richter zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert über 100 Todesurteile gegen straffällige Haus- und Nutztiere. Ihre kirchlichen Kollegen kümmerten sich dagegen in erster Linie um wild lebende Unruhestifter: So wurden die Feldmäuse des Südtiroler Dorfes Stilfs 1519 dazu verurteilt, das Land zu verlassen. Einziger Gnadenakt: Jungtieren und schwangeren Weibchen wurde freies Geleit zugesichert.
Museum für Kommunikation
Berlin
Leipziger Straße 16
10117 Berlin
Eintritt: frei
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