Die Texte der Packungsbeilagen sind für viele Patienten weiterhin ein Buch mit sieben Siegeln. Mediziner der Universität Freiburg haben Listen mit medizinischen Fachbegriffen erstellt, die sie in den Gebrauchsinformationen häufig verordneter Medikamente fanden. Darunter waren gängige Blutdrucksenker, rezeptfreie Schmerz- und Hustenmittel sowie einfache Mineralstoffpräparate. Diese Listen wurden 277 zufällig ausgewählten Patienten vorgelegt, die solche Medikamente von ihren Hausärzten verordnet bekommen hatten. Insgesamt wurden über 3300 Fachbegriffe abgefragt. Lediglich jeden fünften konnten die Patienten richtig einordnen und mit eigenen Worten beschreiben.
Gar nicht verstanden wurden Begriffe wie „Dyspnoe” (Atemnot) oder „kardiovaskuläre Störung” (Herz und Gefäße betreffende Störung). Bis zu 80 Prozent der Befragten wussten mit „ Kontraindikationen”, „Intoxikationen” oder „okkulten Blutungen” absolut nichts anzufangen. Immerhin die Hälfte kannten „Schock”, „ Tinnitus” oder „Koma”. Fast immer wurden dagegen „chronisch” und „ Exitus” verstanden.
Die Freiburger Mediziner halten es für dringend erforderlich, schwierige Fremdwörter in den Packungsbeilagen durch deutsche Begriffe zu ersetzen oder zumindest eine deutsche Erklärung in Klammern dahinter zu stellen.





