Martin Laar, Premierminister von Estland, zu den EU-Aussichten seines Landes.
bdw: Mit welchen Erwartungen sehen Sie in die Zukunft? Laar: Im Zusammenspiel mit der Europäischen Union haben wir gesehen, daß die Freihandelspolitik Estlands von europäischer Seite auf großes Interesse gestoßen ist. Wir haben keine Zollschranken gegenüber der EU errichtet und unsere Märkte für Westwaren geöffnet. Umgekehrt eröffnen sich künftig in einem gemeinsamen Wirtschaftsraum vielfältige Möglichkeiten für Estland. bdw: Wie ist es um die Wettbewerbsfähigkeit Estlands bei den neuen Technologien bestellt? Laar: Ich denke, in der Informationstechnologie sind wir sogar in einer besseren Position als Deutschland. So verfügt jeder vierte Bürger in Estland über einen Internet-Anschluß, und jeder vierte hat ein Mobiltelefon. Wir vernetzen zunehmend Regierung und Verwaltungen bis auf die lokale Ebene, so daß für jeden Bürger die Möglichkeit besteht zu wissen, was die Regierung macht. bdw: Wo suchen Sie besonders die Kooperation mit dem Westen? Laar: Unser besonderes Interesse gilt Kooperationen bei der Bio- und Gentechnologie, die der Landwirtschaft Estlands zugute kommen sollen.
Thomas A. Friedrich / Martin Laar





