bdw: Wo hat die EU technologischen Nachholbedarf im 21. Jahrhundert? Santer: Europa muß im 21. Jahrhundert große Anstrengungen unternehmen, was die Förderung der neuen Technologien anbelangt. Angesichts der fortschreitenden Globalisierung ist Europa besonders im Wettbewerb gegenüber den USA und Japan gefordert. bdw: An welche Technologien denken Sie? Santer: Nicht nur Informations- und Kommunikationstechnik – auch Gen- und Biotechnologie. bdw: Wobei es immer noch Akzeptanzprobleme gibt … Santer: Ja, hier stellen sich große Herausforderungen vor allem an die Politiker, die ethischen Dimensionen mit einzubeziehen. Das ist wesentlich, um das europäische Modell für die Zukunft aufrechtzuerhalten. Ich habe in meiner Zeit als Kommissionspräsident eine Beratergruppe eingesetzt, um die Entwicklungen, die von Wissenschaft und Forschung ausgehen, auf ihre ethischen Grundlagen zu überprüfen. Das ist ganz entscheidend für die Akzeptanz von Forschung und Wissenschaft beim europäischen Bürger.
Thomas A. Friedrich / Jacques Santer




