… oder genauer: vor 14,6 Millionen plus/minus 200 000 Jahren. Ein großer Meteorit schlug in der Nähe des heutigen Nördlingen ein. Woher weiß man das so genau? Verräterisch ist das Edelgas Argon, erklärt Mario Trieloff von der Universität Heidelberg. In der Gluthitze des Einschlags verliert das aufgeschmolzene Gestein seinen gesamten Argon-Anteil. Die Uhr wird gleichsam auf Null gestellt. Doch in der Zeit danach entsteht neues Argon, und zwar aus dem radioaktiven Zerfall von Kalium-40-Isotopen im Gestein. Daraus bildet sich das stabile Isotop Argon-40.
Um das Alter eines Einschlags zu bestimmen, benötigt man drei Informationen: den Gehalt von Kalium-40 und von Argon-40 einer Gesteinsprobe sowie die Halbwertszeit des Kalium-40. Letztere ist bekannt: Sie beträgt 1,277 Milliarden Jahre – die Kalium-Atomkerne zerfallen also extrem selten. Der Gehalt an Kalium-40 in der Probe wird indirekt ermittelt – mithilfe eines anderen Argon-Isotops: Argon-39. Dazu bestrahlt man die Probe in einem Kernreaktor mit Neutronen. Ein Teil des Kalium-40 wird dabei in Argon-39 umgewandelt. Zuletzt wird das Verhältnis beider Argon-Isotope bestimmt, was bei derselben Messung erfolgt. Oft genügt eine Probe von nur 0,1 Gramm. Aus den Messwerten und der Halbwertszeit lässt sich dann das Alter präzise berechnen.




