Abplanalp sann auf Abhilfe und entwickelte einen Plastiksprühkopf mit metallener Schutzkappe. Dank eines zugesetzten Treibmittels ließ sich damit – durch einen einzigen Knopfdruck, ohne Pumpen – der Doseninhalt mit gleichbleibend kräftigem Strahl als Aerosol oder Schaum ausstoßen. Das Ein-Zoll-Ventil konnte obendrein zu nur einem Sechstel des bisherigen Herstellungspreises für Aerosolventile gefertigt werden.
Sahne, Farbe und Haarspray
Noch 1949 erhielt der damals 27-Jährige ein Patent darauf und gründete mit zwei Partnern die Precision Valve Corporation. Schon 1950 produzierte das Unternehmen 15 Millionen Spraydosen, heute sind es etliche Milliarden. Der gleichzeitige Wechsel zu Aluminium als Dosenmaterial reduzierte das Gewicht und erlaubte die Füllung mit beliebigen Inhalten – von Sahne über Farbe bis zu Insektenschutzmittel oder Haarspray.
Mit dem späteren amerikanischen Präsidenten Richard Nixon verband Abplanalp eine lebenslange Freundschaft. Der reich gewordene Industriekapitän unterstützte finanziell Nixons erfolglosen Präsidentschaftswahlkampf von 1960 und seine ebenso desaströse Bewerbung von 1962 um den Gouverneursposten im Bundesstaat Kalifornien. Nachdem Nixon 1968 endlich US-Präsident geworden war, lieh Abplanalp ihm 625000 Dollar für den Erwerb eines Anwesens im kalifornischen San Clemente und lud den Freund mit Familie zum Urlaub auf seine Ferieninsel in den Bahamas und auf seine Yacht ein.
Als der Watergate-Skandal Nixon 1974 zum Rücktritt zwang, hielt Abplanalp unverdrossen weiter zu ihm. Auch sich selbst blieb der Sohn von Schweizer Immigranten treu und verlor trotz aller geschäftlichen Erfolge nie seine Bescheidenheit: Er habe vor allem Glück gehabt, betonte er immer wieder.




