Erdbebenwellen lassen Geophysiker ins Erdinnere „sehen” – freilich erst, nachdem sie Informationen aus Erdbebenwellen in dreidimensionale Tomographie-Bilder umgerechnet haben. Die Computergrafik zeigt Strukturen an der Grenze zwischen Erdkern und Erdmantel in einer Tiefe von 2900 Kilometern. Die Geophysiker Shigenori Maruyama und M. Santosh aus Japan halten sie für versunkene Ozeanplatten, die vor der Kollision von Kontinenten ins Erdinnere gedrückt wurden. Mit Hilfe bekannter Daten über Plattenverschiebungen haben die beiden Forscher die „ Plattengräber” der Bildung verschiedener Superkontinente zugeordnet. Der größte Teil der jüngeren Plattengräber entstand demnach bei der Schrumpfung des Pazifiks. Die roten Strukturen sind Plumes und Superplumes. Der Pazifische Superplume soll sich aus den Plattengräbern entwickelt haben, die bei der Bildung von Rodinia entstanden sind, und der Afrikanische Superplume aus den Gondwana-Plattengräbern. Der Afrikanische Superplume zweigt bei seinem Aufstieg zur Erdoberfläche in Richtung Ostafrika ab.




