Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Forschungsorganisationen – das ist für viele Institutsleiter nicht mehr als Einsammeln, Redigieren und Verschicken von Forschungsberichten. Horst-Michael Schmidt agierte anders. Er war der erste Pressechef einer deutschen Forschungsorganisation, der sich um Senderechte im Fernsehen bemühte – in seiner zurückhaltenden, aber hocheffizienten Art. Seinem Engagement ist es zu verdanken, daß 1993 die deutsche Raumfahrtmission D2 per Satellit als “All-TV” live übertragen wurde. Und mit bild der wissenschaft konzipierte er unser erstes Supplement “bdw plus”.
Der promovierte Germanist Schmidt wurde von Prof. Walter Kröll 1987 als Pressesprecher zur Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt DLR geholt. Kröll hatte Schmidt in seiner Zeit als Präsident der Universität Marburg als persönlichen Referenten schätzen gelernt. Für die von Ingenieuren und Physikern geprägte DLR erwies sich die Personalentscheidung als Glücksgriff. Schmidt verstand es nicht nur, auf ungewöhnliche Weise die Leistungen der Forschungsanstalt nach außen zu tragen. Er sorgte auch dafür, daß Sensibiliäten der Öffentlichkeit innerhalb der DLR nicht als “Quatsch” abgetan wurden, sondern daß die Forscher die Vorbehalte aufgriffen und ihre Arbeit modifizierten. Horst-Michael Schmidt ist am 18. Mai nach langer schwerer Krankheit gestorben.





