
Makrophagen sind weiße Blutkörperchen, die an der Antwort des Immunsystems auf Krebszellen beteiligt sind und bei vielen Krebsarten in die Tumorumgebung wandern. Eine hohe Makrophagenzahl gilt als Indikator für ein fortgeschrittenes Stadium der Erkrankung. M1-Makrophagen wirken eigentlich entzündungsfördernd und somit gegen den Tumor. Zu viel Entzündung kann das Überleben und Wachstum von Krebszellen allerdings auch wieder fördern.
Eine wichtige Rolle spielen dabei extrazelluläre Vesikel, also membrangebundene Partikel, die von Zellen ausgeschieden werden und der interzellulären Kommunikation dienen. In einer Studie der Universität Ostfinnland, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Cell Communication and Signaling, wurden sie genauer untersucht.
Die Forschenden gaben grün eingefärbte extrazelluläre Vesikel von M1-Makrophagen zu Melanomzellen, die die Zellbestandteile in zwei Stunden fast vollständig aufnahmen, wie im Bild zu sehen ist. Diese extrazellulären Vesikel der M1-Makrophagen enthalten entzündliche Mediatoren, die so in die Melanomzellen gelangten.
Zudem aktivieren die Zellbestandteile den sogenannten NF-κB Signalweg, der die Reaktion von Zellen auf äußere Reize steuert. Er fördert eine entzündliche Umgebung, durch die der Tumor aggressiver und invasiver wird. Darauf reagiert das Immunsystem wiederum, indem mehr M1-Makrophagen in die Tumorumgebung wandern. Es entsteht ein Kreislauf, in dem die Krebszellen gedeihen.
Die Forschenden zeigen mit der Studie einen Schlüsselmechanismus in der Zellkommunikation. Ein genaues Verständnis kann dabei helfen, den Entzündungskreislauf zu brechen und damit eine neue Methode der Krebstherapie zu finden.




