Passivhäuser weisen geringen Wärmeverlust auf
Wohnverhalten ist entscheidend
So lautet jedenfalls das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts Wohnen und Umwelt. Hierin wurde untersucht, inwieweit die Bewohner zweier Mietwohnobjekte in Frankfurt am Main die optimal-effiziente Nutzung der jeweiligen Passivhäuser ermöglichen. Entscheidend ist dafür nicht nur die Bauweise im Sinne einer Vermeidung von Wärmebrücken, sondern auch das Lüftungs- sowie Heizverhalten, vor allem in den kalten Wintermonaten. Eigentlich ist durch die modernen Lüftungsanlagen in Passivhäusern nicht mehr das klassische Stoßlüften obligatorisch, welches in Häusern mit normaler Bauweise eine Schimmelbildung verhindern soll.
Stattdessen wird der Luftaustausch durch die Lüftungsanlage vollautomatisch sowie ausreichend gewährleistet, auch bei einer möglichen Abwesenheit der Bewohner. Dementsprechend lässt sich ein Passivhaus nur optimal-effizient nutzen, indem die Fenster nicht länger als 15 Minuten pro Tag geöffnet sind. Fenster sollten in der kalten Jahreszeit zudem nicht mehr als eine Stunde über den Tag verteilt gekippt werden. Wer nicht will, muss die Fenster hingegen überhaupt nicht öffnen.
Lüften im Passivhaus ist nicht notwendig
Viele Menschen empfinden es als Erleichterung, schließlich strömt durch das Lüften im Winter kalte Luft in die Wohnung und es dauert oft mehrere Minuten oder bis zu einer halben Stunde, bis sich die Räume, Wände, Möbel & Co wieder vollständig aufgewärmt haben. Gerade im Winter, wenn die Temperaturunterschiede extrem sind, wird das Lüften also oft als störend empfunden. Dementsprechend liegt die Vermutung nahe, dass die Bewohner von Passivhäusern den wegfallenden Bedarf des Stoßlüftens als angenehme Erleichterung im Alltag empfinden und die Fenster dementsprechend nicht öffnen, sondern sich auf die Lüftungsanlage verlassen. Im Sinne der Energieeffizienz des Passivhauses wäre das der Optimalfall. Denn werden die Fenster zu häufig oder für einen zu langen Zeitraum geöffnet, so ist eine Wärmerückgewinnung nicht mehr vollständig möglich und das Passivhaus braucht vergleichsweise lange, um sich wieder zu erwärmen, zu einer suboptimalen Energiebilanz.
Das Umdenken fällt vielen Bewohnern schwer
Überraschenderweise kam die Studie dennoch zu dem Ergebnis, dass nur rund 18 Prozent der Befragten gänzlich auf das Lüften verzichten. 14 Prozent lüften wissentlich oder unwissentlich das Wohnzimmer zu lang. Im Schlafzimmer sind es sogar 15 Prozent am Tag und 24 Prozent in der Nacht. Hier verzichten nur rund 16 Prozent ganz auf das Lüften. Als Grund dafür wird in erster Linie das Raumklima genannt, sprich die Bewohner empfinden es als unangenehm, mit geschlossenem Fenster zu schlafen. Es ist ihnen zu warm oder sie haben das Gefühl eines Sauerstoffmangels, obwohl der Luftaustausch dennoch durch die Lüftungsanlage stattfindet. Es scheint also vor allem das Umdenken bei den Bewohnern zu sein, welches der optimal-effizienten Nutzung von Passivhäusern häufig noch im Weg steht.







