Wie Torhüter ihre Chancen verbessern können, einen Elfmeter auch ohne Spickzettel à la Jens Lehmann zu halten, haben Sportpsychologen um Rich Masters von der Universität Hongkong herausgefunden. Die Wissenschaftler analysierten dazu rund 200 Elfmeter, die in Welt- und Europameisterschaften, der Champions League und anderen wichtigen Fußballspielen geschossen wurden. 82 Prozent der Elfer wurden verwandelt. Es zeigte sich aber auch, dass in 96 Prozent aller Fälle der Torwart nicht genau in der Mitte seines 7,32 Meter breiten und 2,44 Meter hohen „Kastens” stand. Der Abstand zur Tormitte betrug im Durchschnitt 9,95 Zentimeter.
Eine bewusste Strategie schlossen die Forscher dabei allerdings aus, da sich die Paraden der Torhüter in die eine oder andere Ecke in etwa die Waage hielten. Allerdings bevorzugten die Elfmeterschützen – offenbar unbewusst – um zehn Prozent häufiger diejenige Seite, auf der mehr Platz war. Masters’ Tipp an Lehmann, Kahn & Co für die Praxis lautet daher: „Etwa zehn Zentimeter von der Mitte weg auf der Torlinie aufstellen, und beim Schuss dann beherzt in die entferntere Ecke hechten.”





