Amerikanische Wissenschaftler des Dobelle Instituts haben erstmals einem Blinden ein elektronisches Auge eingesetzt. Damit kann der Patient, der vor 18 Jahren bei einem Unfall sein Sehvermögen verlor, Umrisse von Gegenständen erkennen und sich in seiner Umgebung orientieren. Die Forscher implantierten dazu 16 Elektroden in die Sehrinde des Mannes. Dieser Teil des Gehirns ist für die Erzeugung von Bildern zuständig. Der Patient trägt eine Brille, auf der eine kleine digitale Kamera befestigt ist. Die Bilder, die die Kamera erstellt, werden an einen Minicomputer übertragen, der am Gürtel befestigt wird. Dieser ist mit den Elektroden verbunden und stimuliert das Hirn, ein Bild zu produzieren. Die Operation wurde in Portugal durchgeführt, da die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA solche Eingriffe im eigenen Land noch verbietet. Die Forscher sind allerdings der Meinung, dass ihr Verfahren eine Erfolgsquote von 98 bis 99 Prozent aufweist. Weltweit gibt es etwa 42 Millionen blinde Menschen. Allerdings können sich die wenigsten den Eingriff leisten – er kostet 70000 Dollar.
Hans Groth




